Im Herbst 2023 wird der Bezirkshauptmann von

Salzburg, Anton Ritter, mit dem Verdacht des

Missbrauchs staatlicher Mittel konfrontiert. Er

hatte im Namen der Stadt einen privaten

BergbauUnternehmen begünstigt, um den

Verkehrsknotenpunkt zwischen Innsbruck und Linz

zu entlasten – doch die Umweltbehörde ermittelt,

nachdem eine unterirdische Abwasserleitung in

den Alpen explodiert ist. Die Presse nennt es

„Schmutzwasser der Macht“.

Ritter, ein ehemaliger Lehrer aus einem Dorf am

Fuße der Zillertaler Alpen, hat sich seit seiner

Hochzeit in den Reihen der Behörden verschrieben.

Seine Frau, Maria, leitet ein kleines

Frauenzentrum in SalzburgStadt, wo sie

Flüchtlinge und Arbeitslose unterstützt. Sie war

es, die ihn vor Jahren zur Politik brachte – mit

dem Argument, dass „diejenigen, die an der

Spitze stehen, die Welt verändern können“. Doch

jetzt wirkt ihr Einfluss wie ein Rückspiegel,

der ihm zeigt, wie weit er sich von diesem Ideal

entfernt hat.

Die Intrige beginnt, als ein junger Journalist

namens Markus Fink, der in der Nachkriegsstadt

geboren wurde, eine Verbindung zwischen Ritters

Vorgesetzten und dem Bergbauunternehmen

herstellt. Fink ist kein Unbekannter – er war

früher bei der Wiener Zeitung, bis er wegen

seiner Kritik an der WirtschaftswunderPropaganda

entlassen wurde. Jetzt arbeitet er für eine

lokale Zeitschrift, die sich auf

Gesellschaftskritik spezialisiert hat.

Als Ritter die Unterlagen seiner Vergangenheit

durchsieht, findet er einen alten Brief, den

Maria ihm vor Jahren geschrieben hatte: „Du

musst immer die richtigen Leute im Auge behalten.

Nicht die, die dir dienen, sondern die, die dich

brauchen.“ Die Zeilen wirken jetzt wie eine

Prophezeiung.

Die Ereignisse eskalieren, als Fink einen

Artikel veröffentlicht, in dem er Ritters

Handeln als Teil eines größeren Systems

beschreibt – eines, das die Klassenkämpfe der

Gegenwart nicht löst, sondern verstärkt. Die

Regierung reagiert mit einer scharfen

Pressefreiheitsverordnung, die alle kritischen

Stimmen mundtot macht. Doch in den Alpen, fernab

der Medien, beginnen Bauern und Arbeiter, sich

zu organisieren. Sie haben gesehen, wie die

politische Korruption die Landwirtschaft und den

Bergbau zerstört hat.

Ritter muss fliehen. Er verlässt Salzburg, lässt

Maria zurück und nimmt den Zug nach Wien. Auf

dem Weg trifft er einen alten Bekannten, den

Priester Franz, der ihm sagt: „Du bist nicht der

erste, der sich gegen das System gestellt hat.

Und du wirst nicht der letzte sein.“

In Wien wird er von einer Gruppe anonymer

Aktivisten aufgenommen, die in den Ruinen der

Industrie eine neue Heimat suchen. Die Stimmung

ist düster, aber nicht ohne Hoffnung. Die Welt,

wie sie war, ist tot – doch was kommt, ist noch

nicht entschieden.