Der Schmied im Wiener Vorort schlägt den letzten
Nagel in einen Sarg. Sein Name ist Josef, ein
opportunistischer Mitläufer, der seit 1918
zwischen Macht und Überleben schwankt. Doch als
er am nächsten Tag verschwindet, bleibt nur ein
Zettel mit einer Zeile: „Du wirst es nicht
überleben.“
In einer Nacht, als die Stadt unter einem
seltsamen Sternenhimmel steht, wird Josef in
eine Welt gezogen, die niemand kennt. Die Antike
und das Mittelalter sind nicht mehr Geschichte,
sondern aktuelle Realität. Die Straßen sind
voller Krieger in Kettenhemden, die Städte
stehen unter dem Zeichen eines verlorenen
Reiches. Die Menschen sprechen eine Sprache, die
er nicht versteht, aber ihr Blick ist klar: sie
wissen, wer er ist.
Er wird gejagt. Nicht von Männern, sondern von
Schatten, die sich in der Luft bewegen. Ein
Priester erklärt ihm, dass er ein
„Rachefeldwebel“ ist – ein Mensch, der durch die
Zeit geschleudert wird, um eine alte Wunde zu
heilen. Doch die Wunde ist nicht seine. Es ist
die eines anderen, der vor Jahrhunderten
sterbend in den Bergen lag und ihn
zurückschickte, um den Kreis zu vollenden.
Josef weigert sich, ein Werkzeug zu sein. Er
will nur zurück. Doch die Welt hat sich
verändert. Die Regeln sind andere. Ein Gesetz
besagt, dass kein Mensch zwei Mal in dieselbe
Zeit springen darf. Und ein zweiter, dass jeder,
der rächt, auch selbst getötet werden muss.
Er wird gezwungen, eine Wahl zu treffen:
entweder sein Leben opfern, um die Zeit zu
retten, oder fliehen und die Schatten
weiterjagen. Doch die Schatten kennen ihn. Sie
wissen, was er tat. Sie wissen, was er noch tun
könnte.
Am Ende des Tages, in einer Ruine, die wie eine
Kirche aussieht, tritt er vor die Schatten. Er
spricht kein Wort. Er nickt nur. Dann stürzt er
sich in das Licht, das aus dem Boden kommt. Die
Schatten verschwinden. Die Welt kehrt zurück.
Und Josef bleibt allein, mit einem neuen Namen
und einem neuen Zweifel: war es Rache, oder war
es nur die letzte Chance, zu überleben?


