Die Brücken von Wien stürzen ein, als die letzte
Bahnlinie zum Grenzort verlegt wird. Die
Regierung verboten alle Reisen nach Osten. Die
Studentin Maria bleibt zurück, als ihre Familie
flieht. Sie schreibt in einem Tagebuch, das sie
später verbrennt.
Ein junger Mann, der sich als idealistischer
Student ausgibt, taucht im Schatten der Ruinen
auf. Er trägt einen Mantel mit einer
abgerissenen Ärmelknopf, ein Zeichen für jene,
die den Weg nach Westen suchen. Er spricht nicht,
aber seine Augen sagen genug.
Die Stadt wird von Spitzeln beobachtet. Wer sich
zu sehr für die Freiheit interessiert, wird
vermisst. Maria trifft den Studenten an einer
alten Wasserleitung, wo er eine Karte mit
geheimen Tunneln studiert. Sie fragt, warum er
nicht flieht. Er sagt: „Weil ich sie retten muss.
“
Der Student wird von einer Gruppe entdeckt, die
unter der Eisenbahnbrücke lebt. Sie nennen sich
die „Letzte Stunde“. Sie planen, eine Waffe zu
stehlen, um die Grenze zu öffnen. Maria wird
gefragt, ob sie helfen will. Sie nickt.
Die Waffe ist ein altes Gewehr, das in einer
Schule versteckt wird. Der Student und Maria
schleichen sich hinein, während die
Sicherheitskräfte die Gegend durchsuchen. Sie
finden das Gewehr, aber es ist unbrauchbar. Ein
Polizist stolpert über sie. Sie rennen.
Der Student wird verletzt, als er einen Stein
wirft, um den Polizisten abzulenken. Maria trägt
ihn zu einem Versteck unter dem Bahnhof. Dort
wird er von einem Arzt behandelt, der sich als
ehemaliger Soldat outet. Er sagt: „Ihr Kampf ist
verloren. Die Mauern sind zu hoch.“
Maria weigert sich, aufzugeben. Sie schreibt
einen Brief an ihren Vater, der in der Schweiz
lebt. Sie schreibt, dass sie den Studenten liebt,
aber nicht fliehen kann. Der Brief wird nie
versandt.
Der Student stirbt in der Nacht. Sein Körper
wird im Fluss entsorgt. Maria findet einen
Zettel in seinem Mantel: „Die Brücken sind nicht
das einzige, was fällt.“ Sie verbrennt ihn.
Die Stadt wird still. Die Menschen vergessen die
Namen der Toten. Aber Maria erinnert sich. Sie
geht jeden Tag an der alten Brücke vorbei, wo
der Student gestorben ist. Sie sieht ihn nicht,
aber sie weiß, dass er noch da ist.
Die Regierung baut neue Brücken. Sie sind
breiter, aber leer. Keiner traut sich mehr, sie
zu benutzen.


