Der Strom ist tot. Die Straßen verfallen. In der

Ruine eines Schulgebäudes schreibt eine Frau auf

einem zersplitterten Tisch. Sie hat keine

Schüler mehr, nur noch die Erinnerung an das,

was sie einst lehrte. Die Welt nach dem

Zusammenbruch ist ein Labyrinth aus Überleben,

wo Sprache ein Waffenarsenal ist.

Sie wird als "Die emanzipierte Lehrerin"

bezeichnet, doch niemand fragt, warum. Die

Regeln, die ihr Leben bestimmten, sind weg.

Stattdessen gibt es neue, ungeschriebene Gesetze:

Wer redet, riskiert, gesehen zu werden. Wer

schreibt, riskiert, erkannt zu werden.

Ein Junge kommt zu ihr, mit einem Buch unter dem

Arm. Er trägt den Namen, den sie nicht mehr

verwendet. Sie fragt ihn, was er will. Er sagt:

"Ich will lernen." Sie fragt, wofür. Er sagt:

"Für die Zukunft." Sie schaut auf das

Buch. Es

ist leer. Sie fragt, ob er lesen kann. Er nickt.

Sie fragt, ob er schreiben kann. Er nickt wieder.

Sie gibt ihm einen Stift. Er schreibt seinen

Namen. Sie liest ihn. Er fragt, ob sie ihn kennt.

Sie sagt: "Nein. Aber ich kenne dich."

Er fragt,

warum. Sie sagt: "Weil du hier bist."

Ein Mann kommt in den Raum. Er trägt eine

Uniform, die nicht mehr existiert. Er fragt, wer

sie ist. Sie sagt: "Niemand." Er fragt,

was sie

tut. Sie sagt: "Lehren." Er fragt, was

sie lehrt.

Sie sagt: "Das, was man vergisst."

Er zieht eine Waffe. Sie sieht es. Sie sagt: "Du

hast Angst." Er sagt: "Ich bin nicht

allein."

Sie sagt: "Dann komm zurück, wenn du sicher bist.

" Er schießt. Sie springt zur Seite. Der Schuss

trifft den Tisch. Das Buch fällt zu Boden. Der

Junge rennt.

Sie folgt ihm durch die Ruinen. Er bleibt stehen.

Sie fragt, warum. Er sagt: "Weil ich Angst habe.

" Sie fragt, wovor. Er sagt: "Davor, dass du

mich nicht mehr lehrst." Sie fragt, ob er das

glaubt. Er nickt. Sie fragt, ob er weiß, was sie

ist. Er sagt: "Eine Lehrerin." Sie

fragt, ob er

das glaubt. Er nickt wieder.

Sie setzt sich neben ihn. Sie sagt: "Ich bin

nicht mehr eine Lehrerin." Er fragt, was sie

dann ist. Sie sagt: "Eine Frau, die sich

erinnert." Er fragt, was sie erinnert. Sie sagt:

"Dass es noch andere Wege gibt." Er fragt,

welche. Sie sagt: "Die, die wir nicht

kennen."

Ein anderer Mann kommt. Er trägt kein Zeichen

der alten Macht. Er fragt, was sie will. Sie

sagt: "Nichts." Er fragt, was sie

braucht. Sie

sagt: "Nichts." Er fragt, warum sie hier ist.

Sie sagt: "Weil ich nicht anders kann."

Er bietet ihr einen Platz an. Sie fragt, was er

will. Er sagt: "Nichts." Sie fragt, warum er

hier ist. Er sagt: "Weil ich nicht anders

kann."

Sie nimmt den Platz an. Der Junge sitzt neben

ihr. Sie schreibt. Er liest. Sie sagt: "Das ist

dein Buch." Er fragt, warum. Sie sagt:

"Weil du

es geschrieben hast." Er fragt, was es bedeutet.

Sie sagt: "Dass du hier bist."

Der Mann geht. Der Junge fragt, was passieren

wird. Sie sagt: "Nichts." Er fragt, was sie

meint. Sie sagt: "Dass wir weitermachen." Er

fragt, wie. Sie sagt: "Mit dem, was wir

haben."

Sie schreibt. Er liest. Sie sagt: "Das ist dein

Name." Er fragt, warum. Sie sagt: "

Weil du ihn

trägst." Er fragt, was das bedeutet. Sie sagt:

"Dass du hier bist." Er fragt, was das

bedeutet.

Sie sagt: "Dass du nicht mehr allein bist."